Wie angekündigt hier noch die "Anleitung" zum Bild …
Wie gesagt – ganz so einfach war die Umsetzung eines einfachen Motives doch nicht (obwohl … im Nachhinein eigentlich schon – man muß halt nur wissen, wie).
Gemalt ist das Bild mit Acrylfarben auf einem handelsüblichen mit Leinwand bespannten Keilrahmen der Größe 40 cm x 50 cm.
Ich habe es mir angewöhnt, die Leinwand noch mit einer Gesso-Grundierung zu behandeln – das macht den Untergrund "feiner" zum Malen.
Das Gesso wird mindestens zweimal aufgetragen, wobei (mit einem großen Borstenpinsel) bei der ersten Grundierung horizontal, bei der zweiten Schicht vertikal gestrichen wird. Davor und danach die Aufträge selbstverständlich trocknen lassen. Mit feinem Schmirgelpapier werden dann eventuell sichtbare Pinselstriche abgeschliffen.
Und dann kann es auch schon richtig losgehen.
Mit einem Rötelstift (Bleistift läßt sich nicht gut übermalen, kommt immer wieder durch) wird nun das Motiv grob (wer es mag auch sehr genau) auf die Leinwand skizziert – überschüssige Linien lassen sich leicht wegradieren. Ich habe mich hier nur auf das Vorskizzieren der Vasen beschränkt – die Hagebuttenzweige habe ich später freihand gemalt.
Ich habe mich für einen einfachen dreigeteilten Hintergrund ohne Schnickschnack entschieden und dazu zunächst die hintere rechte Fläche mit Malerkrepp aus dem Baumarkt abgeklebt und mit der Farbe Naples Yellow (Winsor & Newton), der ich zum Aufhellen etwas Titanium White (Daler-Rowney Nr. 009) beigemischt habe, grundiert (den Rahmen gleich mit – dann kann man das Bild später ohne Rahmung an die Wand hängen). Damit der Hintergrund nicht fleckig sondern deckend wirkt, habe ich ihm je Farbe jeweils 3 Anstriche verpaßt. Die vorskizzierten Flächen bleiben vorerst weiß – hier muß aber nicht zu genau an den Rändern gearbeitet werden, daher wurden die Vasen auch nicht abgeklebt.
Nach dem Trocknen der letzten Farbschicht wurde das Malerkrepp entfernt, und es ging mit der Grundierung des vorderen Hintergrundes weiter – verwendete Farbe hier: Yellow Ockre (Daler-Rowney Nr. 663). Auch hier wieder die Fläche mit Malerkrepp abkleben.
Es kommt vor, dass Farbe trotz sorgfältigsten Abklebens unter das Malerkrepp läuft, und die Grenzen zwischen den Farben "ausfransen" – daher folgender Tipp. Bevor die eigentliche Farbe aufgetragen wird, am Malerkrepp entlang mit der angrenzenden Farbe (hier die Naples Yellow – Titanium White – Mischung) malen, trocknen lassen und erst dann die eigentlich für diese Fläche bestimmte Farbe auftragen. Beim Entfernen des Malerkrepps wird man dann eine exakte Abgrenzung der Farbbereiche feststellen können (dieses Verfahren wende ich auch an, wenn ich beim Renovieren Farbspiegel auf die Tapete bringen möchte).
Wenn auch diese Farbfläche getrocknet ist, das Malerkrepp entfernen und die hintere linke Fläche (Farbe hier: Englischrot von Rubens Dekoracryl Economy) entsprechend der vorherigen Beschreibung abkleben, mit Farbe füllen, trocknen lassen und Malerkrepp entfernen.
Teil 1 des Bildes wäre geschafft – weiter geht’s mit den Vasen.
Hier bin ich mit der Farbgestaltung beinahe verzweifelt, die Farbübergänge wollten mir mit Pinseln nicht so gelingen, wie ich mir das vorgestellt habe. Also habe ich mich nach mehreren gescheiterten Versuchen für die Schwammtechnik entschieden.
Die Vasen werden dazu zunächst mit Malerkrepp sorgfältig abgeklebt. Bei den Rundungen empfiehlt es sich, diese mit vielen kleinen Malerkreppschnippseln abzukleben.
Dann habe ich mir einen handelsüblichen Putzschwamm auf ein handliches Maß zurecht geschnitten und durch Tupfen die Vasenkörper zunächst mit Naples Yellow pur (ohne Beimischungen) grundiert. Danach habe ich die dunkleren Stellen mit Burnt Sienna (Daler-Rowney Nr. 221) getupft, immer wieder Naples Yellow mit auf den Schwamm genommen und so allmählich den Übergang zu den helleren Stellen getupft, bis ich dann nur noch reines Naples Yellow auf dem Schwamm hatte. Das Tupfen ist bissi mühsam und andauernd, aber es lohnt sich. Die Vasen bekommen Plastizität und eine Steingutoptik.
Nachdem die Farbaufträge auf den Vasenkörpern angetrocknet sind, das Malerkrepp entfernen und die Vasenöffnungen mit dem Pinsel ausarbeiten. Hier habe ich als Grundfarbe Raw Umber (Daler-Rowney Nr. 247) verwendet und die Plastizität mit Naples Yellow und Burnt Sienna ausgearbeitet.
Nach vielen Mühen und Stunden ist nun auch der 2. Teil des Bildes fertig.
Fehlen nur noch die Hagebuttenzweige.
Diese habe ich mit einem Schlepperpinsel und stark verdünntem Raw Sienna (Daler-Rowney Nr. 667) angelegt und mit Sap Green (Daler-Rawney Nr. 375), Olive Green (Winsor & Newton), Green Gold (Winsor & Newton) und Naples Yellow ausgearbeitet. Bei mir sind es ein klein wenig zu viele Hagebuttenzweige geworden – so mächtig hatte ich es mir nicht vorgestellt, ließ sich aber nicht mehr ändern.
Für die Hagebutten habe ich Cadmium Red Deep Hue (Daler-Rowney Nr. 504), Crimson (Daler-Rowney Nr. 513), Cadmium Orange Hue (Daler-Rowney Nr. 619), Raw Sienna für die Schatten und Naples Yellow für die Lichter verwendet.
Und damit ist auch der 3. Teil des Bildes geschafft und das Bild so gut wie fertig.
Da Acrylfarben im Vergleich zu Ölfarben immer etwas stumpf und matt wirken, bringe ich nach dem Durchtrocknen des Bildes noch einen Schlußfirniß auf die gesamte Fläche. Das läßt die Farben leuchten und bringt sie noch etwas mehr hervor. Zudem ist das Bild damit vor äußeren Einflüssen (es soll ja noch Raucher geben) geschützt und läßt sich mit einem feuchten Tuch gut abwischen und reinigen.
Sodele und Adele *winks*